etliche

GrammatikIndefinitpronomen
Aussprache
Worttrennunget-li-che (computergeneriert)
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
nur im Plural
veraltend etlichebezeichnet eine unbestimmte Anzahl, eine Reihe von Personen oder Sachen einer Gattung   einige, mehrere
Beispiele:
etliche (der) Bewerber, Anwärter schieden nach der ersten Prüfung aus
heute ist es etliche Grad(e) kälter als gestern
das Museum besitzt etliche sehr seltene, wertvolle Stücke
ich habe etliche Male vergebens angerufen
die Fahrt, Reise dauerte etliche Stunden, Tage
seitdem sind etliche Jahre vergangen
Geschke und mit ihm etliche Nachbarn [SeghersDie Toten6,74]
2.
veraltend etliche, etlichesbezeichnet den unbestimmten Umfang, die unbestimmte Ausdehnung, Menge einer Größe   einige, ein wenig, etwas
Beispiele:
ich habe noch etliches hinzuzufügen, zu bemerken
er hatte etliche Hoffnung, Aussicht
nach etlichem Zögern sagte sie zu
Als wir die Steinermühle besuchten, war schon etlicher Komfort eingekehrt [Tageszeitung1956]
zweitens müßte man bei jedem der dort aufgeführten Stichworte etliche Gewähr dafür haben [HenzeninFragen u. Forschungen173]
3.
umgangssprachlich etliche, etlichesbezeichnet eine unbestimmte, jedoch relativ große Anzahl
Beispiele:
dafür habe ich auch etliche Euro ausgeben müssen
etliche Meter Stoff werden in dem Ballkleid stecken
wir werden aber noch etliche Kilometer zurücklegen müssen
dieser Bau wird etliches (= eine ganze Menge) gekostet haben
dazu könnte ich auch noch etliches sagen, bemerken
in dieser Arbeit fehlt aber etliches!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

etlich · etliche
etlich Indef.pron. als Pron.adj., aber auch substantiviert gebräuchlich; seine Verwendungsweisen entsprechen denen des Indef.-pron. ↗einig (s. d.), durch das etlich seit dem 18. Jh. zurückgedrängt wird: im Sing. ‘etwas, ein wenig’, im Plur. etliche ‘einige, ein paar’, außerdem im Sing. und Plur. ‘beträchtlich, ziemlich viel’; bei etlich fehlt wie bei einig in der neueren Sprache die flexionslose Form. Das auf das Dt. beschränkte Pronomen (nl. ettelijk ist von hier entlehnt) gilt anfangs (bis ins Frühnhd.) auch für eine zwar bekannte oder denkbare, jedoch nicht näher bestimmte Person oder Sache, so ahd. eddeslīh (8. Jh.), eddelīh (9. Jh.), mhd. et(e)lich, eteslich, mnd. etlīk, ettelīk ‘irgendein, irgend jemand, irgend etwas’, Plur. ‘irgendwelche, einige, manche’. Aus mhd. eteslich ergibt sich die im Frühnhd. übliche Variante etzlich (bis Anfang 18. Jh., danach noch scherzhaft altertümelnd). Die Bildung setzt sich zusammen aus der nur als Pronominalpräfix bezeugten, Unbestimmtheit ausdrückenden Partikel ahd. edde(s)-, mhd. ete(s)-, die sich wohl mit got. aíþþau, ahd. edo, odo ‘oder’ verbinden läßt (s. ↗oder), und dem unter ↗-lich (s. d.) behandelten Adjektivsuffix, weshalb die Ausgangsbedeutung ‘irgendeine Gestalt habend’ zu erschließen ist. Möglicherweise geht ahd. edde(s)līh auch durch innere Kürzung aus dem daneben belegten gleichbed. ahd. eddes(h)welīh (8. Jh.), edde(h)welīh (9. Jh.; neu belebt in spätmhd. frühnhd. etwelch, etswelch, das sich in obd. Mundarten noch länger hält) hervor (s. ↗welch); vgl. hierzu Behaghel Syntax 1 (1923) 385 f.

Thesaurus

Synonymgruppe
etliche · manch einer · mancher · nicht wenige · so mancher
Assoziationen
  • bestimmte · gewisse · manche · spezielle
  • der eine oder andere · ein paar verlorene · ein paar versprengte · einige wenige · sehr wenige  ●  eine Handvoll  fig. · einzelne  Hauptform · wenige  Hauptform · ganz wenige  ugs. · zwei (oder) drei  ugs.
  • ausgewählte · diverse · unterschiedliche · verschiedene
Synonymgruppe
diese und jene · eine Anzahl von · eine Reihe von · etliche · ↗mehrere
Assoziationen
Zitationshilfe
„etliche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etliche>, abgerufen am 21.08.2019.

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