Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

etw. sportlich nehmen

Grammatik Mehrwortausdruck
Hauptbestandteile sportlich nehmen
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Themenglossar Fußball.
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Sport jmd. nimmt etw. sportlichsich (angesichts einer Niederlage) nicht ärgern, nicht nachtragend sein; sich fair, kameradschaftlich, diszipliniert verhalten
Beispiele:
»Von diesem Ergebnis war eigentlich niemand überrascht«, bilanzierte Martin R[…], der die Niederlage sportlich nahm. »Wir haben den Klassenverbleib weiterhin im Blick[…]. Das Team wird alles dafür tun, die notwendigen Punkte bei jedem der nächsten Spiele zu holen.« [Rhein-Zeitung, 27.11.2018]
Ajoie […] wird gedemütigt. In einer Art, die im Schweizer Hockey Seltenheitswert hat. Und was machen die rund 50 mitgereisten Anhänger? Sie lassen die Köpfe zu keinem Zeitpunkt hängen und nehmen die Klatsche sportlich. Mehr noch: Sie feuern ihr Team ununterbrochen an. [Luzerner Zeitung, 29.01.2022]
»Für uns war es [das verlorene Spiel] heute […] eine gute Trainingseinheit«, nimmt es der 32‑Jährige sportlich. Mit bestem Gewissen könne man den Fokus nun wieder auf den Ligabetrieb legen und in der nächsten Saison dann wieder für die ein oder andere Pokal‑Überraschung sorgen. [Allgemeine Zeitung, 25.08.2021]
Wenig später legten die Hausherren noch einen weiteren Treffer nach, womit das Relegationsduell endgültig entschieden war. Nach dem Spielende feierte Schweinbach triumphal den Klassenerhalt, während die Hagenberger Fans es sportlich nahmen und mit dem Satz »dann schaffen wir es halt nächstes Jahr« die Heimreise antraten. [Groundhopper’s Diary, 27.06.2015, aufgerufen am 17.03.2021]
Es regnete seit Stunden, als die Organisatoren der US Open mittags verkündeten: Wir verschieben alle Spiele auf Mittwoch. Also auch das Viertelfinale von Angelique Kerber […], was Kerber sportlich nahm: »Dann mache ich mir einen relaxten Tag«, sprach die blonde Kielerin und ging trainieren – in der Halle. [Süddeutsche Zeitung, 08.09.2011]
2.
umgangssprachlich jmd. nimmt etw. sportlichoptimistisch bleiben; sich (von unerfreulichen Umständen, von einem Schicksalsschlag) nicht erschüttern, irritieren lassen
Beispiele:
»Mein Schicksal habe ich sportlich genommen« [Überschrift] Seit einem Verkehrsunfall vor fast 40 Jahren ist Andreas T[…] auf den Rollstuhl angewiesen. »Ich habe immer nach vorne geblickt«, sagt der 62‑Jährige. [Hamburger Abendblatt, 09.12.2021]
Sie [Gäste] hörten den Knall und sahen den Rauch – und alarmierten kurzerhand die Feuerwehr[…]. Das Ganze löste sich vor Ort […] schnell [als Fehlalarm] auf. Die Feuerwehr nimmt es sportlich: »Lieber einmal zu viel«, schreibt sie in den sozialen Medien. [Südkurier, 29.06.2022]
Dass sie [Tochter Siri] geärgert wird, wegen ihres Namens, nimmt sie mittlerweile sportlich. »Meine Siri war eher da als die von Apple«, sagt ihre Mutter fast entschuldigend für die Wahl dieses skandinavischen Vornamens. [Dresdner Neueste Nachrichten, 24.12.2021]
Eine Kandidatur sollte man sportlich nehmen – eine Nichtwahl ist absolut keine Katastrophe. Ich habe diese Erfahrung gemacht: Es ist überhaupt nicht unangenehm oder peinlich, sich danach wieder im Dorf zu zeigen. [Luzerner Zeitung, 01.04.2014]
Eine Touristin […] hat in Indien einen Rikscha‑Fahrer geheiratet, den sie erst wenige Tage vorher kennengelernt hatte. […] Am Dienstag machte er ihr den Antrag, am Mittwoch wurde geheiratet. Mein Vater war überrascht und meine Mutter hat es sportlich genommen, erklärte die Touristin. [Thüringer Allgemeine, 26.09.2009]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„etw. sportlich nehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etw.%20sportlich%20nehmen>.

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