etwaig

GrammatikAdjektiv · attributiv
Aussprache
Worttrennunget-wa-ig
eWDG, 1967

Bedeutung

papierdeutsch eventuell, unter Umständen möglich
Beispiele:
etwaige Wünsche, Beschwerden sind an den Reiseleiter zu richten
etwaige kleine Änderungen werden in unserer Schneiderei kostenlos ausgeführt
um etwaigen unangenehmen Folgen bei der Anwendung dieses Präparates vorzubeugen ...
nicht aus Angst vor einer etwaigen Schließung des Kaffeehauses [KaschnitzHaus46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

etwa · etwaig
etwa Adv. ‘annähernd, ungefähr’, auch (die Nennung eines möglichen Einzelfalls einleitend) ‘beispielsweise’, häufig nur intensivierende Partikel ‘vielleicht, gar’, ahd. edde(h)wār (um 1000), eddes(h)wār (11. Jh.), mhd. et(e)wā, eteswā ‘irgendwo’, mhd. daneben mit verstärkender Funktion ‘gar, ziemlich, sehr’. Die Zusammensetzung des Adverbs ahd. (h)wār, nhd.wo (s. d.) mit dem die Unbestimmtheit kennzeichnenden Element ahd. edde(s)- (s. ↗etlich) hat zunächst lokalen Sinn, geht aber im Frühnhd. in modale Verwendung über. Daneben steht ebenfalls modales frühnhd. etwan, hervorgegangen aus dem temporalen Adverb ahd. eddes(h)wanne (8. Jh.), edde(h)wanne (9. Jh.), mhd. et(e)wenne, -wanne, eteswenne, -wanne ‘irgendwann, zuweilen, manchmal’, das sich bereits im Mhd. in seinem Gebrauch mit mhd. et(e)wā, eteswā vermischt. Als Modeausdruck der Mitte des 20. Jhs., jedoch schon vereinzelt in der 1. Hälfte des 19. Jhs. (Immermann), findet sich durch Präposition erweitertes in etwa ‘ungefähr’, vielleicht dem Vorbild von in etwas (s. ↗etwas) folgend. etwaig Adj. ‘möglich, unter Umständen eintretend’ (nur attributiv), Adjektivbildung zu etwa (s. oben), seit Ende des 18. Jhs. für vorausgehendes etwanig (18./19. Jh.), das von der Form etwan (s. oben) abgeleitet ist.

Thesaurus

Synonymgruppe
denkbar · ↗eventuell · ↗eventuell (vorhanden o.ä.) · ↗gegebenenfalls (auftretend o.ä.) · ↗möglich · ↗möglicherweise (auftretend o.ä.)  ●  ↗allfällig  österr., schweiz. · etwaig  Hauptform, Amtsdeutsch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausgleichsleistung Bedenken Einwendung Fehlverhalten Interessenkonflikt Komplikation Kreditausfall Liquidationserlös Mehrkosten Meinungsverschiedenheit Militärschlag Mißstand Mißverständnis Regreßanspruch Rückfluß Schade Schadenersatzanspruch Schadenersatzforderung Schadensersatzanspruch Schadensersatzforderung Strafzahlung Streitigkeit Unannehmlichkeit Unregelmäßigkeit Verfehlung Verstoß Versäumnis Zweifler Änderungswunsch Überschuß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›etwaig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über etwaige Pläne der Bahn sei der Stadt nichts bekannt.
Süddeutsche Zeitung, 09.08.1999
Das wäre kränkend für etwaige an unserem Tisch sitzende fremde Gäste.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 280
Eine schnelle Umsetzung etwaiger neuer Regelungen schloss die Fifa allerdings aus.
Die Zeit, 28.06.2010, Nr. 26
Also muß man fechten, um etwaige Arbeitsgelegenheiten abwarten zu können.
Ostwald, Hans: Landstreicher, Berlin: Marquardt [1906], S. 2
Außer der Einfarbigkeit sind schmale Streifen immer geschmackvoll, aber keine etwaigen anderen Muster.
Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 59
Zitationshilfe
„etwaig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etwaig>, abgerufen am 19.10.2019.

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