Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

-graph, ...

-graph, -graphie ‘-(be)schreiber, -beschreibung’. Als zweite Kompositionsglieder bilden griech. -gráphos (-γράφος) und -graphía (-γραφία), zu griech. gráphein (γράφειν) ‘einritzen, zeichnen, schreiben’ gehörig, eine Vielzahl zusammengesetzter Nomina agentis und Nomina actionis; vgl. z. B. griech. mȳthográphos (μυθογράφος) ‘Fabelschreiber, -dichter’, mȳthographía (μυθογραφία) ‘das Fabelschreiben, fabelhafte Geschichte’. Bei der Übernahme entsprechender griech. Ausdrücke ins Dt. erfolgt durch Angleichung an die deutsche Morphologie Verlust der griech. Endung, s. ↗Geograph und ↗Geographie. Infolge großer Verbreitung bleiben -graph und -graphie bis in neueste Zeit in der Wissenschaftssprache außerordentlich produktiv und gewinnen den Charakter eines Kompositionssuffixes, vgl. Demograph, Kardiograph, Phonograph und Demographie, Kardiographie, Mammographie, Phonographie. Das Griech. kennt noch eine andere Art von Zusammensetzungen mit -graphos (-γραφος). Das zweite Kompositionsglied ist in diesem Fall ohne Akzent und hat die passivische Bedeutung ‘geschrieben’; vgl. z. B. ágraphos (ἄγραφος) ‘ungeschrieben’, autógraphos (αὐτόγραφος) ‘eigenhändig geschrieben’, s. ↗Autograph sowie ↗Paragraph.
Zitationshilfe
„-graph“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/-graph>, abgerufen am 28.02.2020.

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