Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

-lei

-lei Suffix zur Bildung von Gattungszahlwörtern (sechser-, verschiedener-, vielerlei), hervorgegangen aus einem Substantiv mhd. lei(e), leige, leije ‘Art (und Weise), Weg’, mnd. mnl. leye; vgl. mhd. gewant der selben leie. Dies ist eine Entlehnung von afrz. loi, lei ‘Verhalten, Art, Weise’ (vgl. afrz. a (la) loi de ‘nach Art von’), eigentlich ‘Recht, Gesetz, Glaube’, aus lat. lēgem, Akkusativ von lat. lēx ‘Gesetz’ (s. ↗legal, ↗loyal). Mhd. lei(e) wird in der Regel in genitivischer Verbindung mit Zahlwörtern und Pronomina gebraucht, vgl. mhd. drīer leie, sibenzehener lei (auch ohne Genitivendung tūsent lei), aller lei, deheiner lei, der lei, und entwickelt sich von da aus zum indeklinable Gattungszahlwörter bildenden Suffix. Selbständiger substantivischer Gebrauch verliert sich im Frühnhd.
Zitationshilfe
„-lei“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/-lei>, abgerufen am 21.02.2020.

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