Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

-sam

-sam Das Suffix germ. -sama- (ablautend -suma-) bildet zu Nominalstämmen Adjektive mit der Bedeutung ‘Neigung zu etw. habend’, die dann auch Bezeichnungen für Charaktereigenschaften werden können. Es ist vertreten in ahd. asächs. mhd. -sam (ahd. gimein-, heil-, langsam; ēr-, loba-, situsam; asächs. lang-, lofsam), anord. -samr (friðsamr ‘friedlich’, gamansamr ‘fröhlich’), got. -sama (lustusama ‘ersehnt’), aengl. -sum (langsum ‘langwierig’, fremsum ‘freundlich’). Das Suffix -sama- ist vielleicht direkt aus dem (in den belegten Formen freilich meist schwach flektierenden) Pron.adj. germ. *sama-, ahd. samo, anord. sami, samr, got. sama ‘derselbe’ hervorgegangen, in jedem Falle aber eng damit verwandt und mit den unter ↗samt (s. d.) genannten Formen auf die Wurzel ie. *sem- ‘ein(s), in eins zusammen, einheitlich, samt, mit’ zurückzuführen. Entsprechendes gilt für aengl. -sum im Verhältnis zu den unter ↗samt zitierten Vertretern des Pron.adj. germ. *suma-. In neuerer Zeit tritt -sam öfter auch an Verbalstämme an, s. ↗biegsam, ↗strebsam, s. aber auch die alte Bildung ↗gehorsam (zu hören, ahd. (gi)hōrsam).
Zitationshilfe
„-sam“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/-sam>, abgerufen am 22.10.2020.

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