Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Ampel

Ampel f. ‘(schalenförmige) Hängelampe’. Ahd. amp(ul)la (10. Jh.), mhd. ampulle, ampel, mnd. ap(p)olle, appulle, mnl. ampulle, appulle, nl. ampul bezeichnen ein ‘kleines Gefäß für Öl oder andere Flüssigkeiten’, meist zu geweihtem Gebrauch bestimmt, im Mittelalter vor allem die ‘Ewige Lampe’ in der Kirche (ein von der Decke herabhängendes, fortwährend brennendes Öllämpchen), vom 14. Jh. an auch die Lichtquelle im Hause, seit dem 16. Jh. mit Lampe1 (s. d.) konkurrierend. Eine Neubelebung erfährt Ampel als Kurzwort für Verkehrsampel ‘Lichtanlage (anfangs hängend über einer Kreuzung angebracht) zur Regelung des Straßenverkehrs’ (20er Jahre 20. Jh.). Es handelt sich um eine Entlehnung aus lat. ampulla (eigentlich *amp(h)orula, dann *amporla, *ampurla) ‘kolbenförmiges Gefäß mit zwei Henkeln, kleine Flasche’ (s. auch Ampulle und Pulle), einem Deminutivum von lat. amphora ‘Tongefäß mit zwei Henkeln’ (s. auch Eimer). Lat. amphora wiederum ist aus gleichbed. griech. amphoré͞us (ἀμφορεύς) entlehnt, zusammengezogen aus amphiphoré͞us (ἀμφιφορεύς), das sich aus amphí (ἀμφί) ‘auf beiden Seiten, ringsum’ und phoré͞us (φορεύς) ‘Träger’, zu griech. phérein (φέρειν) ‘tragen, heben’, zusammensetzt, eigentlich also ‘Zweiträger’, d. h. ein Krug, der beiderseits getragen wird.
Zitationshilfe
„Ampel“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Ampel>.

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