Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Antipathie

Antipathie f. ‘starke Abneigung, Widerwille’, entlehnt aus lat. antipathīa, griech. antipátheia (ἀντιπάθεια) ‘Gegensatz, Gegenwirkung, Gefühl der Abneigung’, einer Substantivbildung zu griech. antipathḗs (ἀντιπαθής) ‘entgegengesetzte Gefühle, Eigenschaften besitzend, entgegenwirkend’, einer präfigierten Bildung (s. ↗anti-) zu griech. páthos (πάθος) ‘Gemütsbewegung, Zustand’ (s. ↗Pathos). Der Übernahme der lat. Form Antipathia (2. Hälfte 16. Jh., gelegentlich noch Anfang des 18. Jhs. so gebraucht) folgt die Eindeutschung Antipathie (2. Hälfte 17. Jh.). Das Substantiv bezeichnet zunächst eine „natürliche Feindschafft unterschiedlicher Cörper, die gar nicht miteinander bestehen können“ (Marperger 1712), meint also sowohl die feindselige Abneigung als auch (wie heute nicht mehr üblich) den schädigenden Einfluß, den Dinge oder Lebewesen aufeinander ausüben können, die Unverträglichkeit, die zwischen ihnen besteht.
Zitationshilfe
„Antipathie“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Antipathie>, abgerufen am 06.08.2020.

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