Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Ast, ...

Ast m. ‘stärkerer Zweig eines Baumes, Strauches’, ahd. ast ‘Ast, Zweig’ (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. mnl. ast, got. asts und die dehnstufigen Formen mnd. aengl. ōst, nl. oest ‘Knorren, Baumstumpf’ sind (wie ähnlich gebildetes ↗Nest, s. d.) ihrem Ursprung nach Komposita. Sie führen mit griech. ózos (ὄζος), armen. ost ‘Ast, Zweig’ auf eine Form ie. *ō̌zdos (z = stimmhaftes s), die das Präfix ō̌- ‘nahe an’ und die Schwundstufe der Wurzel *sed- (s. ↗sitzen) enthält, also wörtlich ‘was (am Stamm) ansitzt’ bedeutet. An die Vorstellung des aus dem Stamm herauswachsenden Astes oder an die spezielle Bedeutung ‘Knorren, Auswuchs im Holz’ anknüpfend, findet sich Ast seit etwa 1800 auch in der Bedeutung ‘Buckel’, daher die Wendung sich einen Ast lachen ‘sich vor Lachen krümmen’ (Mitte 19. Jh.), vgl. sich bucklig lachen. asten Vb. ‘etw. Schweres (auf der Schulter, dem Rücken) tragen’ (Ende 19. Jh.), vgl. buckeln.
Zitationshilfe
„Ast“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Ast>, abgerufen am 18.04.2021.

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