Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Ball, ...

Ball1 m. ‘kugelförmiges Spiel- oder Sportgerät, runder Körper’. Die dem Nhd. formal entsprechenden starken Maskulina ahd. (9. Jh.), mhd. bal ‘Ball, Kugel, Hand-, Fußballen’ haben neben sich ein gleichbed. schwaches Maskulinum ahd. ballo (11. Jh.), mhd. balle. Die definitive Unterscheidung zwischen starkem (Spiel-)Ball und schwachem (Hand-, Fuß-, Waren-)↗Ballen (s. d.) kennt erst das Nhd. (doch begegnet in den obliquen Kasus schwach flektiertes Ball bis etwa 1800). Die dt. Formen sind wie mnl. nl. bal (germ. *balla-) und anord. bǫllr, schwed. boll (germ. *ballu-) sowie lat. follis ‘Schlauch, Beutel’, griech. phallós (φαλλός) ‘männliches Glied’ (s. ↗Phallus) Bildungen zur Wurzel ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen, prall sein’; die Grundbedeutung ist demnach ‘aufgeblasener, aufgeschwollener Körper’ (Erweiterungen dieser Wurzel liegen vor in ↗blähen, ↗blasen, s. d.). Aus dem Germ. ist (durch langobard. Vermittlung) ital. palla, nordital. balla entlehnt (wozu ital. pallone, ballone, s. ↗Ballon). Ballspiel n. (14. Jh.); vgl. ahd. slegibalspil (Hs. 13. Jh.). ballen Vb. ‘mit einem Ball spielen, zum Ball formen’, mhd. ballen.
Zitationshilfe
„Ball“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Ball>, abgerufen am 22.02.2020.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Ball

Ball2 m. ‘festliche Tanzveranstaltung’, etymologisch nicht verwandt mit ↗Ball1, ist eine Entlehnung (17. Jh.) des gleichbed. afrz. frz. bal, das aus afrz. baler ‘tanzen’ gebildet ist. Voraufgehendes spätlat. ballāre ‘tanzen’ steht in Verbindung mit griech. ballízein (βαλλίζειν) ‘die Schenkel werfen, hüpfen, tanzen’, einer Erweiterung von griech. bállein (βάλλειν) ‘werfen’. Eine andere Herleitung versucht Mehl in: Mutterspr. 76 (1966) 310, der an griech. pállein (πάλλειν) ‘schwingen’ anknüpft, das mit Anlauterweichung bei den griechischen Siedlern in Unteritalien zu spätlat. ballāre, ital. ballare ‘tanzen’ geführt habe; doch vgl. Walde/Hofmann ³1, 95.
Zitationshilfe
„Ball“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Ball>, abgerufen am 22.02.2020.

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