Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Blatter

Blatter f. häufiger Blattern Plur., sehr ansteckende Infektionskrankheit, bei der sich auf der Haut des Menschen eitrige Bläschen bilden, ‘Pocken’. Ahd. blāt(a)ra ‘Bläschen auf der Haut, Blatter, Pustel, Geschwür, Wasser-, Harnblase’ (8. Jh.), mhd. blātere, asächs. blādara, mnd. blāder, mnl. blāder, blaer, nl. blaar, aengl. blǣdre, engl. bladder ‘Blase’, anord. blaðra (germ. *blēdrōn-) gehören mit tro-Suffix, wie ↗blasen und ↗blähen (s. d.), zu ie. *bhlē- ‘aufblasen, aufschwellen’. Anfangs bezeichnet der Singular die einzelne ‘Blase’, der Plural vor allem die ‘Ausschläge’ ansteckender Krankheiten wie Pest, Masern, Syphilis, danach speziell die ‘Pocken’. Der Plural Blattern dient zugleich als Krankheitsbezeichnung, ist heute aber durch Pocken zurückgedrängt.
Zitationshilfe
„Blatter“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Blatter>, abgerufen am 21.02.2020.

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