Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Brut, ...

brüten Vb. ‘durch Wärme zum Schlüpfen bringen’, ahd. bruoten (um 800), mhd. brüeten, mnd. brȫden, mnl. bruden, nl. broeden, aengl. brēdan, engl. to breed (auch in der Bedeutung ‘erzeugen, erziehen’), germ. *brōdjan. Brut f. ‘das Brüten, die (aus einem Gelege) geschlüpften Jungtiere’ (zunächst der Vögel, dann auch der Fische und Insekten), mhd. bruot (ahd. nicht bezeugt), mnd. brōt, mnl. broet, nl. broed, aengl. brōd, engl. brood. Das Verhältnis von Substantiv und Verb ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen, eine Ableitung des Verbs vom Substantiv wenig wahrscheinlich. Germ. *brōdjan ‘brüten’ und germ. *brōd- f. im Sinne von ‘Wärme, Erwärmtes’ können als Ableitungen mit t-Suffix von dem unter ↗brühen (s. d.) genannten Ansatz ie. *bhrē-, *bhrō- ‘heiß aufwallen, wärmen, brennen’, also wohl auch ‘heiß machen, erwärmen’, angesehen werden. Oder ist germ. *brōd- eine Rückbildung aus dem Verb? Brüter m. im eigentlichen Sinne selten, öfters jedoch in Zusammensetzungen wie Erd-, Nestbrüter für Vogelarten; als technischer Ausdruck in der Verbindung schneller Brüter (neben Brutreaktor) ein Reaktor, in dem die Kernspaltung durch schnelle Neutronen ausgelöst wird (70er Jahre 20. Jh.).
Zitationshilfe
„Brut“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Brut>, abgerufen am 18.02.2020.

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