Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Bullenbeißer, ...

Bulle1 m. ‘Zuchtstier’, im 17. Jh. aus dem Nd. in die Schriftsprache aufgenommen; den obd. Mundarten bleibt es fremd. Mnd. bulle ‘Stier’, mnl. bulle, bul, nl. bul, anord. boli, aengl. bula (in Ortsnamen), engl. bull (germ. *buln- ‘Zeugungsglied’), dazu die deminutive Ableitung aengl. bulluc, engl. bullock ‘junger Stier’. Daneben steht ablautend aengl. bealluc, engl. ballock ‘Hoden’ (eigentlich ‘Bällchen’); die Verwandtschaft mit Ball1, bald (s. d.) und mit griech. phallós (φαλλός) ‘männliches Glied’ (s. Phallus) führt auf die Wurzel ie. *bhel- ‘aufblasen, aufschwellen, prall sein’. Der Bulle ist demnach nach seinen Geschlechtsteilen benannt. Bullenbeißer m. kräftiger und gedrungener, zum Packen der Stiere abgerichteter Hund (18. Jh.), engl. bulldog, woraus nhd. Bulldogg m. und danach (im Anschluß an Dogge, s. d.) Bulldogge f. (19. Jh.). Bullauge n. ‘rundes Schiffsfenster’ (19. Jh.), nach nd. Bulloog, engl. bull’s eye (im Vergleich des runden Fensters mit dem Auge eines Rindes, eines Bullen).
Zitationshilfe
„Bullenbeißer“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Bullenbei%C3%9Fer>, abgerufen am 17.09.2021.

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