Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Dur, ...

Dur n. Moll n. Ausdrücke der Musik zur Bezeichnung diatonischer Tonarten, die als charakteristischstes Kennzeichen die große bzw. die kleine Terz enthalten. In der Grundskala der frühmittelalterlichen Musik wird der zweite Ganzton B (dafür heute h) mit einem dem Buchstaben b ähnlichen eckigen Zeichen, dem B quadratum oder durum (beides neutrale Formen von lat. quadrātus ‘viereckig’, dūrus ‘hart’), dessen Erniedrigung um einen Halbton (heute b) mit einem dem Buchstaben b ähnlichen gerundeten Zeichen, dem B rotundum oder molle (beides neutrale Formen von lat. rotundus ‘rund’, mollis ‘weich’) angegeben. Im späteren, aus sieben diatonischen Reihen von je 6 stufenweise aufeinanderfolgenden Tönen bestehenden Hexachordsystem (11. Jh.) wird die B durum (mhd. bēdūre) enthaltende Reihe Hexachordum durum, die B molle (mhd. bēmolle) enthaltende Reihe Hexachordum molle genannt. Innerhalb der Ausprägung der Chromatik (etwa 16. bis 18. Jh.) gehen die Ausdrücke Dur und Moll auf die beiden sich herausbildenden Tongeschlechter über.
Zitationshilfe
„Dur“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Dur>, abgerufen am 30.11.2020.

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