Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Gürtel, ...

gürten Vb. ‘einen Gurt, Gürtel umlegen, umschnallen’, ahd. gurten (9. Jh.), mhd. gürten, gurten, mnd. görden, mnl. nl. gorden, aengl. gyrdan, engl. to gird, anord. gyrða (germ. *gurdjan) stehen ablautend zum starken (sekundär?) Verb got. bigaírdan ‘umgürten’ (germ. *gerdan) und gehören zu einer Dentalerweiterung ie. *g̑herdh- bzw. *gherdh- ‘umfassen, umzäunen, umgürten’ der unter ↗Garten (s. d. weitere Verwandte) angegebenen Wurzel ie. *g̑her-, *gher- ‘greifen, fassen, um-, einfassen, einzäunen’. Gürtel m. ‘um Taille oder Hüfte getragenes Band zum Festhalten der Kleidung’, ahd. gurtil (8. Jh.), gurtila (11. Jh.), mhd. gürtel, mnd. gördel, gordel, mnl. gordel, gurdel, nl. gordel, aengl. gyrdel, engl. girdle, anord. gyrðill, schwed. gördel, gebildet mit dem mask. Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila-. Vgl. daneben (mit anderer Bildungsweise) got. gaírda, anord. gjǫrð ‘Gürtel’. Gurt m. ‘Band aus festem Gewebe oder Leder zum Halten, Tragen, Ziehen, Gürtel’, mhd. gurt, aus dem Verb rückgebildet. Gürtler m. ‘Hersteller von Gürteln und Gürtelschnallen’, mhd. gürtelære. Gürtelrose f. ‘sich wie ein Gürtel um die Leibesmitte herum ausdehnende infektiöse Entzündung der Haut’ (19. Jh.); s. ↗Rose.
Zitationshilfe
„Gürtel“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/G%C3%BCrtel>, abgerufen am 21.09.2020.

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