Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Genus

Genus n. ‘grammatisches Geschlecht der Nomina und Pronomina’, in der Fügung Genus verbi auch ‘(als Aktiv, Passiv oder Medium auftretende) Aktionsform des Verbs’. Das heute vor allem als sprachwissenschaftlicher Terminus übliche Substantiv geht zurück auf lat. genus (Genitiv generis) ‘Abstammung, Geschlecht, Gattung, Art und Weise’; dieses stellt sich mit griech. génos (γένος), aind. jánaḥ ‘Geschlecht, Abkunft’ als Nominalbildung (es-/os-Stamm) ie. *g̑enos zur Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’, zu der auch ↗Genesis, ↗Genie, ↗Genitiv sowie ↗Kind, ↗König, ↗Nation, ↗Natur (s. d.) gehören. Lat. genus bleibt bis in die Neuzeit in der lat. Wissenschaftssprache verschiedener Bereiche als Bezeichnung für eine durch gemeinsame Merkmale verbundene Klasse von Objekten lebendig und wird von dort seit dem 17. Jh. in dt. Texte übernommen; häufig steht es lat. speciēs ‘Art’ als die umfassendere Kategorie gegenüber, so in der Philosophie und im Anschluß daran seit dem 18. Jh. in der zoologischen und botanischen Systematik (hier im Dt. durch ↗Gattung wiedergegeben, s. d.); in der Grammatik behauptet es sich als Fachwort neben ↗Geschlecht (s. d.).
Zitationshilfe
„Genus“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Genus>, abgerufen am 29.10.2020.

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