Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Gerücht

Gerücht n. ‘unbewiesene Nachricht, Gerede’, mnd. geruchte, gerüchte (neben ruchte) ‘Ruf, Leumund’ gehört wie lautlich entsprechendes (mit hd. ft gegenüber nd. cht, s. anrüchig, berüchtigt, echt, Nichte) ahd. gi(h)ruofti (10. Jh.), mhd. geruofte, frühnhd. Geruft(e), Gerüft(e) zu dem unter rufen (s. d.) behandelten Verb und bedeutet ursprünglich ‘Gerufe, Lärm, Getöse’, auch das ‘Hilfegeschrei’, mit dem der ertappte Verbrecher vor Gericht gezogen wird. Im Sinne von ‘gute oder böse Nachrede, Leumund’ gelangt Gerücht (um 1500) aus dem Nd. in die Literatursprache (von Luther verwendet, in obd. Bibeldrucken dafür Geschrei oder Leumund).
Zitationshilfe
„Gerücht“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Ger%C3%BCcht>, abgerufen am 23.09.2021.

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