Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Gracht

Gracht f. ‘schiffbarer Kanal, Kanalstraße’. Gleichbed. nl. gracht (mnl. gracht ‘Grab, Grabstätte, Wassergraben, Kanal’) wird im 18. Jh. zur Bezeichnung der niederländischen (und diesen vergleichbarer) Stadtkanäle übernommen. Gracht ist eine nl. und nd. (mnd. gracht s. unten) Lautvariante zu untergegangenem hd. Graft ‘Graben, Wassergraben, Kanal, Grab, Begräbnis’ (Abstraktbildung zu dem unter ↗graben, s. d., behandelten Verb), ahd. graft ‘Gemeißeltes, Skulptur’ (8. Jh.), mhd. graft ‘Graben, Begräbnis’, aber auch mnd. graft, gracht ‘Grube, Graben, Wassergraben, Kanal’ sowie ‘Grab, Begräbnisstätte, Gruft’. Zum Wechsel von nd. cht und hd. ft s. auch ↗anrüchig, ↗echt, ↗Gerücht, ↗Nichte, ↗ruchbar, ↗sacht, ↗Schlucht.
Zitationshilfe
„Gracht“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Gracht>, abgerufen am 10.08.2020.

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