Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Hemd

Hemd n. ‘auf dem Leib getragenes Wäschestück’ ( Unter-, Oberhemd), ahd. hemidi (8. Jh.), mhd. hem(e)de, asächs. hemiði, mnd. hēmede, hem(me)de, mnl. heemde, hemde, nl. hemd, aengl. hemeþe führen auf germ. *hamiþja-. Aus einer Vorform (*kamiti̯a-) ist, wohl über das Kelt. (durch Soldaten in Gallien), spätlat. camisia ‘leinerner, unmittelbar auf dem Körper getragener Überwurf’ (4. Jh.) entlehnt (woraus frz. chemise, chemisette). Die abgeleitete Form *hamiþja- gehört zu germ. *hama-, *haman- ‘Hülle, Haut’, das in ahd. līhhamo ‘Leib, Körper, Gestalt, Fleisch, Leiche’ (s. ↗Leichnam), mhd. ham(e) ‘Haut, Hülle, Kleid’, asächs. gūðhamo ‘Kampfkleid, Panzer’, feðarhamo ‘Federkleid’ (der Vögel und Engel), mnd. ham ‘Decke, Hülle, Hülse, Nachgeburt (eigentlich Kindeshülle)’, aengl. ham ‘Unterkleid, Hemd’, hama ‘Gewand, Kleidung, Leib, Kindbett’, anord. hamr ‘Hülle, Gestalt’, schwed. ham ‘Haut, Balg, Gestalt’ sowie in ↗Hamen1 (s. d.) vorliegt. Außergerm. vergleichbar ist aind. śāmulyàm (Akkusativ Sing.) ‘Gewand (der Braut)’, so daß von einer Wurzel ie. *k̑em- ‘bedecken, verhüllen’ ausgegangen werden kann, zu der neben ↗hämisch wohl auch ↗Himmel (s. d.) gehört.
Zitationshilfe
„Hemd“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Hemd>, abgerufen am 18.02.2020.

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