Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Igel, ...

Igel m. Der Name des mit Stacheln versehenen, sich in Abwehrstellung zusammenrollenden Tieres ahd. igil (9. Jh.), mhd. igel, asächs. igil, mnd. ēgel, mnl. ēghel, nl. egel, aengl. igil, anord. īgull ist als l-Ableitung verwandt mit griech. échis (ἔχις) ‘Schlange’, aus ie. *eg̑hi- ‘Schlange’ (s. ↗Eidechse). Zur gleichen griech. bzw. ie. Ausgangsform gehören mit n-Suffix griech. echī̇nos (ἐχῖνος) ‘Igel, Seeigel’ und mit ie. i̯o-Suffix serb.-kslaw. ježь, russ. ëž (ёж), lit. ežỹs ‘Igel’. Alle diese Ableitungen sind als ‘Schlangentier, Schlangenfresser’ zu verstehen, da der Igel außer Insekten, Fröschen, Mäusen u. dgl. auch Schlangen frißt. Semantisch anders zu beurteilen ist die verwandte l-Ableitung nhd.Egel (s. d.). einigeln Vb. ‘eine nach allen Seiten gerichtete Verteidigungsstellung aufbauen’ (20. Jh.).
Zitationshilfe
„Igel“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Igel>, abgerufen am 20.09.2020.

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