Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Iltis

Iltis m. dunkle, rotbraune Marderart, deren nur im Dt. vorkommender Name nicht eindeutig zu klären ist. Ahd. ili(n)tis (11. Jh.), illi(n)tiso (Hs. 12. Jh.), mhd. eltes, iltis ist vermutlich ein verdunkeltes Kompositum. Das Grundwort kann am wahrscheinlichsten (wie ↗Wiesel, ↗Wisent, s. d.) an ie. *u̯is- ‘Gestank’, eine schwundstufige Form der Wurzel ie. *u̯eis- ‘zerfließen, fließen’, auch vom Geruch faulender („zerfließender“) Pflanzen, angeschlossen werden, wozu sich lat. vīsīre ‘furzen’, spätlat. vissio ‘Gestank’ und wohl ↗fies (s. d.) stellen; Bennenungsmotiv ist der durchdringende Geruch eines Sekrets, das der Iltis aus Analdrüsen seinen Verfolgern entgegenspritzt (vgl. landschaftliche Namen wie Stinkmarder, Stänker, Stänkerratz). Das erste Kompositionsglied ist eher auf die Farbwurzel (in Tier- und Pflanzennamen) ie. *el- ‘rot, braun’ (s. ↗Erle) zurückzuführen (Pokorny 1, 304) als auf ahd. elilenti ‘verbannt, fremd’ (s. ↗elend). Der Name wäre dann als ‘rotbraunes Wiesel’ (und nicht als ‘fremdes Wiesel’) aufzufassen und die Ausgangsform als germ. *ili(n)t-wisjo (mit t als Gleitlaut) anzusetzen.
Zitationshilfe
„Iltis“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Iltis>, abgerufen am 15.08.2020.

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