Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Imker

Imker m. ‘Bienenzüchter’. Nach 1800 setzt sich nd. Imker (vgl. auch nl. imker, mundartlich iemker, ijmker) gegen hd. Bienenvater und omd.Zeidler (s. d.) in der Literatursprache durch. Imker gilt (obwohl unsicher) als Zusammensetzung aus den Formen ↗Imme (s. d.) und einer ja-Ableitung (germ. *kazja-) von ahd. kar ‘Gefäß, Schüssel, Tonne’ (10. Jh., vgl. bīkar ‘Bienenkorb’, 9. Jh., rouhkar ‘Räucherfäßchen’, 8. Jh.), mhd. ‘Geschirr, Schüssel, Bienenkorb, Getreidemaß, Talmulde’ (vgl. in den Alpenländern fortlebendes Kar n. ‘Gebirgskessel, Mulde’), asächs. -kar, mnd. kār, mnl. caer ‘Gefäß, Korb’, anord. ker, got. kas ‘Gefäß’ (davon abgeleitet got. kasja ‘Töpfer’), dessen Herleitung zweifelhaft ist. Verbindet man wie Elmevik in: Festschr. F. Rundgren (1986) 107 ff. germ. *kaza- (durch grammat. Wechsel aus *kasa-) mit anord. kǫs, schwed. (mundartlich) kas(e) ‘Haufen’ bei einer Grundbedeutung ‘was sich biegt, wölbt’, kann eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *geu-, *gū- ‘biegen, krümmen, wölben’ vorausgesetzt werden. Andere Bildungen (zu unter ↗Biene genannten Formen) sind aengl. bēocere ‘Imker’ und (nach dem Vorbild nl. iemker) nl. bijker.
Zitationshilfe
„Imker“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Imker>, abgerufen am 20.09.2020.

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