Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Implosion, ...

explodieren Vb. ‘bersten, zerplatzen’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. explōdere (explaudere) ‘klatschend hinaustreiben, durch Klatschen das Mißfallen ausdrücken’, zu lat. plaudere (plōdere) ‘klatschen’ und ↗ex- (s. d. sowie das gegensätzliche ↗applaudieren). Zunächst ist explodieren bezeugt in der dem Lat. entsprechenden Bedeutung ‘verwerfen, zurückweisen’; im 19. Jh. erfolgt erneute Entlehnung, wahrscheinlich aus dem ebenfalls auf lat. explōdere zurückgehenden (seit dem 17. Jh. bezeugten) engl. to explode, im Sinne von ‘(zer)platzen’, wohl befördert durch das früher belegte Substantiv Explosion f. ‘das Zerplatzen, Zerbersten’ (18. Jh.), vgl. auch hier engl. explosion (17. Jh.), aus lat. explōsio (Genitiv explōsiōnis) ‘das Ausklatschen’, hier verstanden als ‘das geräuschvolle Hinaus-, Auseinandertreiben’. explosiv Adj. (18. Jh.). Dazu als gelehrte fachsprachliche Bildung das Antonym Implosion f. ‘schlagartige Zerstörung eines Hohlkörpers mit vermindertem Innendruck durch Druck von außen’, mit der verbalen Ableitung implodieren (20. Jh.).
Zitationshilfe
„Implosion“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Implosion>, abgerufen am 18.09.2020.

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