Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Indiskretion, ...

diskret Adj. ‘taktvoll, zurückhaltend, verschwiegen’, Entlehnung (Ende 16. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. discret, afrz. discré, discret ‘verständig, verschieden’, das auf lat. discrētus ‘getrennt, unterschieden’, spätlat. ‘urteilsfähig, verständig’, Part. Perf. zu lat. discernere ‘absondern, trennen, unterscheiden’, zurückgeht; zu lat. cernere (crētum) ‘unterscheiden’ und ↗dis-. Aus der im Spätlat. und Mlat. nachzuweisenden Bedeutung ‘fähig zu unterscheiden, urteilsfähig, verständig’ entwickeln sich im Frz. die modernen Verwendungen. indiskret Adj. ‘unverständig, unhöflich’ (17. Jh.), ‘taktlos, nicht verschwiegen’ (18. Jh.), nach gleichbed. mfrz. frz. indiscret, lat. indiscrētus ‘ungetrennt, ohne Unterschied’, spätlat. ‘nicht urteilsfähig, unklug, unbesonnen’. Diskretion f. ‘Zurückhaltung, Verschwiegenheit’ (16. Jh.), nach gleichbed. mfrz. frz. discrétion, afrz. discrecion ‘Unterscheidungsvermögen, Unterschied’, spätlat. discrētio (Genitiv discrētiōnis) ‘Trennung, Unterscheidung, Urteilsvermögen’, Verbalabstraktum zu lat. discernere (s. oben). Indiskretion f. ‘Geschwätzigkeit, Aufdringlichkeit, Neugier, Vertrauensbruch’ (18. Jh.), nach mfrz. frz. indiscrétion ‘Unklugheit, Unbescheidenheit, Mangel an Verschwiegenheit’, afrz. indiscrecion ‘Unverständigkeit’, spätlat. indiscrētio ‘Untrennbarkeit, Unverständigkeit’.
Zitationshilfe
„Indiskretion“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Indiskretion>, abgerufen am 20.09.2020.

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