Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Investition, ...

investieren Vb. ‘in ein Amt einsetzen, mit den Zeichen der Amtswürde bekleiden’, spätmhd. investieren ‘feierlich einsetzen’ (14. Jh.), aus lat. investīre ‘bekleiden’, mlat. ‘in ein Amt einsetzen’ (also wohl ‘mit einem feierlichen Gewand, dem Zeichen der Amtswürde, bekleiden’); vgl. lat. vestis ‘Kleid, Gewand’ (s. ↗Weste). Dazu Investitur f. ‘Einsetzung in ein (kirchliches) Amt, einen Besitz’, historisch vor allem ‘Einsetzung eines Bischofs’ durch Papst oder Kaiser (vgl. Investiturstreit), spätmhd. investitūr (14. Jh.), mlat. investitura ‘Einkleidung, Einsetzung’. Dagegen geht die erst im 19. Jh. im Dt. nachgewiesene Bedeutung ‘Kapital nutzbringend anlegen’ auf gleichbed. ital. investire (gleicher Herkunft) zurück (vielleicht über das aus dem Ital. entlehnte engl. to invest). Möglicherweise beruht diese Übertragung auf der Vorstellung ‘dem Geld ein anderes Gewand, d. h. eine andere Erscheinungsform geben’. Investition f. ‘Kapitalanlage’ (19. Jh.).
Zitationshilfe
„Investition“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Investition>, abgerufen am 18.09.2020.

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