Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Jongleur, ...

Jongleur m. ‘Artist für Geschicklichkeitsübungen mit Bällen, Reifen oder anderen Gegenständen’. Dem im 18. Jh. ins Dt. übernommenen frz. jongleur ‘Gaukler, Taschenspieler, Akrobat’ liegt lat. ioculātor ‘Spaßmacher’, afrz. jogleor ‘Spaßmacher, Gaukler, Spielmann’ zugrunde, das zu lat. ioculārī ‘scherzen’, afrz. jogler ‘sich lustig machen, scherzen, Lieder vortragen’ (von lat. iocus, s. Jokus) gehört. Unter dem Einfluß von afrz. frz. jangler ‘Übles nachreden, schwatzen’, einem Verb germ. Ursprungs (vgl. mnl. janken ‘seufzen, stöhnen, girren’, janghelen ‘donnern, murren, murmeln’), und dem hiervon abgeleiteten Substantiv afrz. jangleor ‘Schwätzer, Spötter’ entstehen im Mfrz. die kontaminierten Formen jongleur (16. Jh., zuerst pikard.) sowie jongler ‘mit jmdm. seine Späße treiben’ (um 1400), ‘Kunststücke vorführen’ (16. Jh.), woraus jonglieren Vb. ‘mit Geschicklichkeit Bälle u. ä. werfen und auffangen’ (19. Jh.).
Zitationshilfe
„Jongleur“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Jongleur>.

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