Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Kolben

Kolben m. bis ins 19. Jh. vorwiegend Kolbe m. und f., ‘Stab mit verdicktem Ende, Keule’, davon ausgehend auf zahlreiche Gegenstände ähnlichen Aussehens übertragen, in der Technik Bezeichnung für ein zylindrisches Maschinenteil, in der Chemie für ein unten verdicktes Glasgefäß mit längerem Hals, in der Biologie für den ährenförmigen Blüten- oder Fruchtstand mit fleischig verdickter Achse (Mais-, Schilfkolben), bei Handfeuerwaffen für deren verstärkten hinteren Teil (Gewehrkolben). Ahd. kolbo (9. Jh.), mhd. kolbe ‘Keule, Knüppel’, asächs. kolƀo, mnd. kolve, mnl. colve, nl. kolf, anord. kolfr ‘Bolzen, Stange, stumpfer Pfeil’, schwed. kolv ‘dickes Ende eine Pfeiles, Bolzen’ gehören zur schwundstufigen Form ie. *gḷb(h)- der Labialerweiterungen ie. *gelb(h)-, *gleb(h)- ‘zusammenballen’ (s. ↗Klafter) mit der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ (s. ↗kleben).
Zitationshilfe
„Kolben“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Kolben>, abgerufen am 24.01.2021.

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