Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Kompost, ...

Kompost m. ‘Mischdünger aus verrotteten organischen Abfällen und Erde’, Entlehnung (19. Jh.) von gleichbed. frz. compost. Dieses ist im 18. Jh. rückentlehnt aus engl. compost ‘Mischdünger’ (16. Jh., vgl. aber bereits im 13. Jh. in England mlat. compostum in diesem Sinne), das seinerseits auf afrz. compost ‘Zusammenstellung, Einrichtung, Zustand’, im Anglonorm. speziell ‘Mischdünger’, Substantivierung des Adjektivs afrz. compost ‘zusammengesetzt, gemischt’, beruht. Die afrz. Form geht zurück auf lat. compositum (synkopiert compostum), Part. Perf. von lat. compōnere ‘zusammenstellen, -setzen, -legen’ (s. ↗komponieren). Ebenfalls an das Part. Perf. dieses lat. Verbs, das schon in der Antike das Einlegen von Oliven in Salzlake bezeichnen kann, schließt sich ein in der nhd. Literatursprache außer Gebrauch kommendes ahd. kumpost (Ende 10. Jh.), mhd. frühnhd. kumpost, kompost ‘eingelegtes Gemüse oder Obst’, namentlich ‘durch Gärung haltbar gemachter Kohl, Sauerkohl’ an (daher noch mundartliches Kompst, Kumst, Kumpst ‘Weißkohl, Sauerkohl’ in verschiedenen Landschaften; s. auch ↗Kompott). Komposthaufen m. ‘Haufen, auf den pflanzliche und tierische Abfälle geworfen werden’ (19. Jh.). kompostieren Vb. ‘zu Kompost werden lassen, mit Kompost düngen’ (1. Hälfte 19. Jh.), nach frz. composter, engl. to compost ‘düngen’ (vgl. schon gleichbed. mfrz. composter, mlat. compostare).
Zitationshilfe
„Kompost“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Kompost>, abgerufen am 11.04.2021.

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