Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Kragen, ...

Kragen m. ‘den Hals umschließender Teil der Kleidung’, mhd. krage ‘Hals, Kehle, Schlund, Nacken’, dann ‘Bekleidungsstück des Halses’, mnd. krāge, mnl. crāghe, nl. kraag, schwed. krage, vielleicht auch engl. craw ‘Kropf der Vögel’ lassen sich außergerm. vergleichen mit griech. bróchthos (βρόχθος) ‘das Verschlucken, Schluck, Schlund’, air. brāgae ‘Hals, Nacken’, die eine Rückführung auf ie. *gu̯rō̌gh- ermöglichen (s. auch ↗Krug2), das als gh-Erweiterung der Wurzel ie. *gu̯er(ə)- ‘verschlingen, Schlund’ (wozu auch ↗Köder, s. d.) angesehen werden kann. In der alten Bedeutung ‘Hals, Kehle, Nacken’ begegnet Kragen noch landschaftlich in bezug auf den Hals von Geflügel und in Wendungen, bei denen an die Hinrichtung als juristische Strafe zu denken ist, z. B. es kostet ihn den Kragen (16. Jh.), es geht ihm an den Kragen (17. Jh.), es geht um Kopf und Kragen. An die heute allgemein übliche Bedeutung schließt an ihm platzt der Kragen ‘er gerät in Zorn, schwillt an vor Zorn’. Kragstein m. ‘aus der Mauer vorspringender, als Träger verwendeter Stein, Konsole’ (vgl. Tragstein), mhd. kragstein, eigentlich ‘Halsstein’, auf dem der Kopf eines Balkens oder Eisenträgers ruht.
Zitationshilfe
„Kragen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Kragen>, abgerufen am 20.06.2021.

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