Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Kranich

Kranich m. Der Name des großen, grauen Sumpfvogels ahd. kranuh (8. Jh.), mhd. kranech(e), kranch(e), mnd. krānk, aengl. cranoc, (mit r-Metathese) cornuc (westgerm. *kranuka-) ist mit Nasalformans und dem im Germ. verbreiteten k-Suffix in Bezeichnungen für Tiere wohl zu einer Schallwurzel ie. *ger- ‘heiser schreien’ gebildet. Daneben stehen ohne k-Suffix ahd. krano (9. Jh.), spätmhd. (md.) krane (s. dazu auch ↗Krammetsvogel), asächs. krano, mnd. krān(e), mnl. crāne, nl. kraan, kraanvogel, aengl. cran, engl. crane (westgerm. *krana-), wozu sich außergerm. griech. géranos (γέρανος), gérēn (γέρην) ‘Kranich’ und lit. garnỹs ‘Reiher, Storch’ vergleichen, ferner mit u-Formans lat. grūs m. f., lit. gérvė f., aruss. žeravlь, russ. žurávl’ (журавль) ‘Kranich’. Der Name (ursprünglich wohl ein Nomen agentis) kann daher als ‘heiserer Schreier, Krächzer’ verstanden werden.
Zitationshilfe
„Kranich“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Kranich>, abgerufen am 23.02.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …

Weitere Informationen zum Etymologischen Wörterbuch des Deutschen …

Wortinformationsseiten im DWDS

Im Etymologischen Wörterbuch stöbern

a ä b c d e é f g h i
j k l m n o ö p q r
s t u ü v w x y z -