Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Lache

Lache1 f. ‘flache Pfütze’, ahd. lahha (9. Jh.), mhd. lache ‘Pfütze’, asächs. laka ‘Pfütze, Sumpf’ (in Ortsnamen), mnd. mnl. lāke ‘stehendes Wasser in einem Flußbett, Salzlake’, nl. laak, aengl. lacu ‘Fluß, Bach’ (dagegen ist mengl. lac, engl. lake ‘See’ Entlehnung aus afrz. lac ‘See, Grube’, das auf lat. lacus, s. unten, beruht), ablautend hierzu anord. lœkr ‘langsam fließender Bach’ und gleichbed. norw. løk. Die Substantive lassen sich mit den unter ↗leck (s. d.) behandelten Formen und der dort dargestellten Wurzel ie. *leg- ‘tröpfeln, sickern, zergehen’ verbinden. Unwahrscheinlich ist alte Entlehnung aus etymologisch nicht verwandtem lat. lacus ‘See, Gewässer, Trog, (Wasser)becken’. Zum Nebeneinander der Formen Lache und Lake im Hd. und zur Funktionsteilung ‘Pfütze’ und ‘Salzlösung’ s. ↗Lake.
Zitationshilfe
„Lache“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Lache>, abgerufen am 21.01.2021.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Lache, ...

Lache2 f. ‘Markierung, Kerbe, (Grenz)zeichen’ an Baum oder Stein, ahd. lāh m. (Hs. 11. Jh.), lāhha f. (Hs. 11./12. Jh.), mhd. lāche, lāchene f., asächs. lāc ‘Grenzzeichen’. Dazu ahd. lāhboum (9. Jh.), frühnhd. lochstein (14. Jh.) ‘Baum, Stein mit Grenzmarkierung’. Davon abgeleitet lachen2 Vb. ‘durch Einkerben bezeichnen’, mhd. lāchenen ‘mit einem Grenzzeichen versehen’. Herkunft ungewiß. Vielleicht zu verbinden mit aind. lákṣma n. ‘Marke, Zeichen’?
Zitationshilfe
„Lache“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Lache>, abgerufen am 21.01.2021.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Lache, ...

lachen1 Vb. ‘durch Mimik und ein charakteristisches Geräusch Heiterkeit erkennen lassen’. Für das Germ. ist von einem ablautenden (starken) Verb mit j-Präsens auszugehen, wie es in aengl. (westsächs.) hliehhan, (angl.) hlæhhan, anord. hlæja, got. hlahjan vorliegt. Auch für das Ahd. ist auf Grund eines (grammatischen Wechsel zeigenden) Präteritums hlōc ein starkes Verb (h)lahhan (9. Jh.) anzusetzen. Daneben ist seit früher Zeit ein schwaches Verb ahd. (h)lahhēn (8. Jh.) belegt, das sich in mhd. nhd. lachen fortsetzt. Schwache Flexion zeigen auch mnd. lachen und engl. to laugh, während sonst Reste starker Flexion bewahrt sind, vgl. mnl. nl. lachen (Part. Prät. gelachen), schwed. le (Prät. log), dän. le (Prät. lo). Vgl. ferner die schwachen Kausativa anord. hlœgja ‘lachen machen, erfreuen’ und got. ufhlōhjan ‘auflachen machen’. Vergleicht man außergerm. lit. kliugéti ‘kollern, knurren, plätschern, gurgeln’, klukčióti, kluk(š)nóti ‘schlucken, gackern’, russ. kloktát’ (клоктать), klochtát’ (клохтать) ‘glucken, gackern’ und griech. klṓzein, klṓssein (κλώζειν, κλώσσειν) ‘glucken, schnalzen’, so dürften alle Formen als lautmalende Bildungen anzusehen und über Gutturalerweiterungen (auf ie. -k- bzw. -g-) der Schallwurzel ie. *kel(ə)- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ (s. ↗Glocke) anzuschließen sein. Der Vokalismus weist dabei eine große Variabilität auf. Die germ. Formen führen auf ie. *klak-, *klōk-. Lache3 f. ‘lautes Lachen, Gelächter, eine bestimmte Art zu lachen’, mhd. lache ‘(einmaliges) Auflachen, Lachen’. lächeln Vb. ‘lautlos lachen, schmunzeln’, mhd. lecheln, auch ‘auf hinterlistige Weise freundlich sein’. lächerlich Adj. ‘zum Lachen reizend, unbedeutend, albern’, mhd. lecherlich ‘lächelnd, ein Lachen zeigend’; nhd. (älter) auch soviel wie ‘zum Lachen aufgelegt’, daneben auch ‘Anlaß zum Lachen gebend’, besonders in der Verbindung sich, jmdn. lächerlich machen. lachhaft Adj. ‘lächerlich, albern’ (19. Jh.), älter lacherhaft (18. Jh.). Lachtaube f. Name einer Taubenart, ostindische Turteltaube (18. Jh.), benannt nach den einem Lachen ähnlichen Gurrlauten.
Zitationshilfe
„Lache“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Lache>, abgerufen am 21.01.2021.

Weitere Informationen zum Zitieren …

Wortinformationsseiten im DWDS

Im Etymologischen Wörterbuch stöbern

a ä b c d e é f g h i
j k l m n o ö p q r
s t u ü v w x y z -