Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Laube, ...

Laube f. ‘einfaches Gartenhäuschen, gewölbter Gang mit Läden und Verkaufsständen’, ahd. louba ‘Schutzdach, Hütte, Vorbau’ (9. Jh.), mhd. loube, auch ‘bedeckte Halle, Speicher, Galerie’, asächs. lōƀia, mnd. lōve, lȫve, mnl. loive, nl. (mundartlich) luif, lōve, lōfe ist als jō-Stamm von dem unter Laub (s. d.) behandelten Substantiv abgeleitet; vgl. auch Trier Holz (1952) 129. Laube bezeichnet ursprünglich ein Schutzdach aus zusammengeflochtenen grünen Zweigen und Ästen, dann eine Hütte mit solchem Dach. Auf germ. *laubjō beruhen auch spätlat. mlat. lobia (mlat. daneben laubia, lobium) sowie afrz. frz. loge und (vielleicht aus dem Frz. entlehntes) ital. loggia, die ins Dt. (s. Loge und Loggia) rückentlehnt werden. Als Bezeichnung für den überdachten, nach einer Seite offenen Teil des Bauernhauses und für den überwölbten Gang am städtischen Haus (Laubengang, Laubengasse) bleibt Laube landschaftlich bis in jüngere Zeit gebräuchlich. Die Bedeutung ‘einfaches Gartenhäuschen’ setzt sich erst im 20. Jh. durch, bereitet sich aber mit dem Aufkommen der Gartenbaukunst im 16. Jh. vor, wobei Laube zunächst und noch bis ins 18./19. Jh. überwiegend eine aus einem Lattengerüst bestehende, mit rankenden Gewächsen überzogene Hütte oder auch nur einen durch Bäume oder Sträucher überschatteten Gang im Garten bezeichnet. Sommerlaube f. ‘Sommerhäuschen (im Garten)’, frühnhd. sommerleube (16. Jh.). Gartenlaube f. (18. Jh.). Laubenkolonie f. ‘Kleingartenanlage’ (2. Hälfte 19. Jh.).
Zitationshilfe
„Laube“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Laube>, abgerufen am 19.09.2021.

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