Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Leim, ...

Leim m. ‘Klebstoff’, ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. aengl. anord. līm, mnl. nl. lijm, engl. lime, schwed. lim führt auf germ. *leima- und im Sinne von ‘klebrige Erdmasse’ mit ablautendem ↗Lehm (s. d.) auf die dort genannte Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’. Mhd. līm ist vor allem der ‘Vogelleim’; auf die mit Leim bestrichene Rute des Vogelstellers beziehen sich Wendungen wie jmdm. auf den Leim gehen, kriechen ‘auf jmdn. hereinfallen’, jmdn. auf den Leim führen, locken ‘jmdn. betrügen, anführen’. Vgl. ferner aus dem Leim gehen ‘entzweigehen, zerbrechen’ (17. Jh.). leimen Vb. ‘(mit Leim) kleben, befestigen, mit Leim bestreichen’ (Vogelruten), ahd. līmen (10. Jh.; gilīmen, um 800), mhd. līmen ‘mit Leim bestreichen, fest zusammenfügen, vereinigen, mit Leim fangen’; die übertragene Bedeutung ‘anführen, betrügen’ (19. Jh.) knüpft an die Wendung den Vogel leimen ‘mit Leim fangen’ an. Leimrute f. ‘mit Leim bestrichene Rute zum Vogelfang’, mhd. līmruote.
Zitationshilfe
„Leim“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Leim>, abgerufen am 14.04.2021.

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