Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Liebstöckel

Liebstöckel n. m. als Würz- und Arzneipflanze angebautes Doldengewächs. Lat. ligusticum, eigentlich ‘aus Ligurien (Liguria) stammende Pflanze’, ist substantiviertes Neutr. des Adjektivs lat. Ligusticus ‘ligurisch’. Der Name wird schon früh vielfach umgebildet, vgl. mlat. levisticum, livisticum, lubisticum (letzteres vielleicht unter dem Einfluß von germ. *lubja-, ahd. lubbi ‘Gift’). Die daraus entlehnten dt. Formen wie ahd. lubistecko (10. Jh.), lubisteck, -stic, -stoc (11. Jh.), lubisteckal, -stehhal (10. Jh.), -stickil (um 1100), -steckil (Hs. 12. Jh.), -stuchel (Hs. 14. Jh.) sind wohl teils an ahd. luba ‘Liebe’ (nur einmal bezeugt im 8. Jh., doch vgl. aengl. lufu, engl. love sowie got. brōþrulubō ‘Bruderliebe’), teils an ahd. stecko, stehho ‘Stock, Stecken, Pfahl’ (s. ↗Stecken), ahd. stihhil ‘Stachel, Spitze, Pfahl’ (s. ↗Stichel) und ahd. stoc (s. ↗Stock) angeglichen und danach weitergebildet, mhd. lubestechil, laubstickel, lobestickel. Aus Formen wie mhd. lübestecke(l) entstehen nach Entrundung des ü zu i und in Anlehnung an frühnhd. liep ‘lieb’ im 15. Jh. Formen wie Liebstück, Liebstuckel, Liebstockel und Liebstöckel. Vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 304 ff.
Zitationshilfe
„Liebstöckel“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Liebst%C3%B6ckel>, abgerufen am 11.07.2020.

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