Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Linde, ...

Linde f. Laubbaum, ahd. linta (9. Jh.), mhd. linde, linte, mnd. linde, mnl. linde, lende, nl. linde, asächs. lindia, aengl. lind(e) (auch ‘Schild’), engl. linden ‘Linde’, anord. lind ‘Linde, Schild, Speer (aus Lindenholz)’, schwed. lind. Dazu vgl. auch nhd. (mundartlich) Lind ‘Bast’, mnd. lint ‘flaches Band’, anord. lindi ‘Gürtel (aus Lindenbast)’. Außergerm. sind verwandt lit. lentà ‘Brett, Tafel, Platte’ (wohl aus Lindenholz), russ. (landschaftlich) lut, lut’ (лут, луть) ‘Bast, Lindenrinde’, (älter) lut’ë (лутьё) ‘zum Abschälen tauglicher junger Lindenwald’, poln. (landschaftlich) lęt ‘Gerte’. Geht man davon aus, daß die Linde nach ihrem weichen Holz oder biegsamen Bast (früher von Lindenästen und -stämmen als Bindematerial gewonnen) benannt ist, kann der Name mit ↗lind (s. d.) verbunden und an ie. *lent- ‘biegsam, nachgebend’ angeschlossen werden. S. auch wahrscheinlich mit ↗Linde verwandtes ↗Geländer. Lindenbaum m. (16. Jh.). Lindenblatt n. mhd. lindenblat.
Zitationshilfe
„Linde“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Linde>, abgerufen am 12.08.2020.

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