Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Losung, ...

Los n. ‘Schicksal, Geschick, verdeckt gekennzeichneter Gegenstand oder Zettel, durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden soll, Lotterieanteilschein’, ahd. (h)lōʒ ‘Spruch, Schicksal, Anteil’ (8. Jh.), mhd. lōʒ ‘Werfen des Loses, Aus-, Verlosung, Schicksal, Weissagung, gerichtliche Teilung, Erbteilung, altes Herkommen, Losungswort’, asächs. hlōt, mnd. lōt, aengl. hlīet, hlȳt, hlēt, anord. hlautr, got. hlauts ‘Los, Erbschaft’ (germ. *hlauta-, *hlauti-). Daneben ablautend (im Nhd. sich nicht fortsetzend) ahd. (h)luʒ ‘Schicksal’ (8. Jh.), mnd. lot, aengl. hlot ‘Anteil, Erbteil, Entscheidung’, engl. lot ‘Los, Posten’, mnl. nl. lot (s. ↗Lotterie), anord. hlutr ‘Los, Teil, Stück, Ding, Sache’, hluti ‘Losstab, zugefallenes Los, Teil, Stück’, schwed. lott ‘Los, Anteil’. Alle Bildungen sind Verbalabstrakta zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (h)lioʒan ‘losen, Wahrzeichen deuten’ (8. Jh.), mhd. lieʒen ‘losen, als Los zuteilen’, asächs. hliotan ‘erlosen, erlangen’, aengl. hlēotan ‘losen, durch Los erhalten’, anord. hljōta ‘(er)losen’, schwed. ljuta. Die Germanen versuchten, aus der Lage geworfener Runenstäbe zu weissagen. Geht man daher für das germ. Verb von einer Bedeutung ‘an-, festhaken’ (von einem geworfenen Stäbchen) aus und vergleicht lit. kliū́ti ‘hängenbleiben, anstoßen, hindern, in den Bereich von etw. kommen’, so ist Verwandtschaft mit den unter ↗schließen und ↗Schloß (s. d.) genannten Formen und Anschluß an die dort genannte Wurzel ie. *klē̌u-, *klāu- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ möglich. losen2 Vb. ‘durch Los ermitteln, ein Los ziehen’, mhd. lōʒen ‘das Los werfen, durchs Los bestimmen’, transitiv ‘(durch Los) verteilen’, schwach flektierende Neubildung zum Substantiv. Losung1 f. ‘Leitwort, Wahlspruch, Erkennungszeichen, Parole’ (16. Jh.), wohl eine Neubildung und nicht anknüpfend an ahd. (h)lōʒunga ‘Los, das Loswerfen’ (11. Jh.), mhd. lōʒunge ‘das Loswerfen, Teilung’. auslosen Vb. ‘durch das Los ermitteln’ (16. Jh.). verlosen Vb. ‘durch das Los verteilen’ (18. Jh.).
Zitationshilfe
„Losung“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Losung>, abgerufen am 10.08.2020.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Losung

Losung2 f. (im 19. Jh. auch Lösung) ‘Kot des Wildes und Hundes’ (18. Jh.), in der Jägersprache zu losen ‘Kot lassen’, einer Nebenform von ↗lösen (s. d.).
Zitationshilfe
„Losung“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Losung>, abgerufen am 10.08.2020.

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