Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Lumpen, ...

Lumpen m. ‘Lappen, Stoffetzen’, Plur. ‘zerrissene Kleidung’, spätmhd. lumpe ‘Lappen, Fetzen’, mnd. lumpen (Plur.) ‘schlechte, zerissene Kleider’, nl. lomp ‘Fetzen’, älter lompe ‘Fetzen, Lappen, schäbiges Kleidungsstück’ stehen ablautend zu mhd. lampen ‘welk herniederhängen’. Sie führen mit wohl verwandtem ↗Schlampe (s. d.) sowie außergerm. mit aind. rámbatē, jünger lámbatē ‘hängt (schlaff) herab’, lambana- ‘herabhängend’, lat. limbus ‘Besatz am Kleid, Saum’ auf ie. *(s)lemb(h)- (wozu vielleicht auch ↗glimpflich, s. d.), eine nasalierte Form der unter ↗Lappen (s. d.) genannten Wurzel ie. *lē̌b-, *lō̌b-, *lā̌b- ‘schlaff herabhängen(d)’, wozu auch (mit s-Anlaut) ↗schlafen, ↗schlaff, ↗schlapp1 (s. d.) gehören. Lumpen übernimmt auslautendes -n aus den obliquen Kasus (16. Jh., geläufig 18. Jh.). lumpig Adj. ‘zerlumpt, armselig’ (17. Jh.), älter lumpicht (16. Jh.). zerlumpt Part.adj. ‘in Fetzen zerrissen, in Lumpen gekleidet, schäbig, heruntergekommen’ (16. Jh.), zu heute nicht mehr gebräuchlichem zerlumpen ‘in Fetzen reißen, in Fetzen zerfallen’ (16. Jh.).
Zitationshilfe
„Lumpen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Lumpen>, abgerufen am 26.11.2020.

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