Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Mandel

Mandel1 f. Name für die Frucht des Mandelbaumes, ahd. (um 1000), asächs. mandala, mhd. mnd. mandel ist entlehnt aus spätlat. amandula, einer vielleicht volksetymologischen Umbildung (in Anlehnung an lat. amandus ‘lieblich’ und mandere ‘kauen’?) von lat. amygdala, griech. amygdálē (ἀμυγδάλη) ‘Mandel’, einem Fremdwort unbekannter Herkunft. Vgl. auch ahd. mandalboum (9. Jh.), mhd. mandelboum, frühnhd. mandelbaum. Übertragung auf die einem Mandelkern ähnlichen menschlichen Organe in Gaumen und Rachen erfolgt im 16. Jh. (wie zuvor im Mlat.).
Zitationshilfe
„Mandel“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Mandel>, abgerufen am 25.10.2020.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Mandel

Mandel2 f. (bis ins 17. Jh. auch m.) altes Mengenmaß von 15 (oder 16) Stück. Auszugehen ist mit Teuchert Sprachreste 232 ff. von mnl. mandele ‘Garbenstand’, auch ‘15 oder 16 Bund Stroh’ (nl. mandel ‘10 bis 12 Garben’), auf nl. Gebiet auch latinisiert zu mlat. mandala (Mitte 13. Jh.). Das Wort dringt danach ostwärts (vgl. mnd. md. mandel, 15. Jh.), gelangt mit niederländischen Siedlern bis in die Mark Brandenburg und verbreitet sich im nordd. und md. Gebiet. Fernzuhalten ist südd. (besonders bair.) Manndl, Mannl n. ‘3 bis 10 ringförmig aufgestellte Garben’, das vielmehr als Deminutivum von ↗Mann (s. d.) zu erklären ist. Krogmann in: ZfdPh 65 (1940) 26 f. sieht in Mandel eine Bildung mit dem Suffix ie. -tlo-, -tlā, so daß sich kelt. *manatlo- in korn. manal ‘Garbe’ heranziehen läßt, Weiterbildung eines alten heteroklitischen r/n-Stammes, der resthaft vorliegt in lat. manus ‘Hand’, griech. márē (μάρη) ‘Hand’. Ausgangsform ist ie. *mər (Genitiv *mənés) ‘Hand’, zu deren Erweiterung ie. *mṇt- ahd. munt ‘Hand, Schutz’ (um 800), nhd.Vormund (s. d.) gehört.
Zitationshilfe
„Mandel“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Mandel>, abgerufen am 25.10.2020.

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