Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Partie

Partie f. ‘Teil eines größeren Ganzen, Ausschnitt’ (vgl. Landschafts-, Gesichts-, Rückenpartie), ‘einzeln ausgeschriebene Gesangsstimme’ (vgl. Gesangs-, Solopartie, älter auch ‘Sprechrolle, Textpassage aus einem literarischen Werk’, beide 18. Jh.), ‘gemeinsamer Ausflug, Wanderung, Geselligkeit’ (vgl. Jagd-, Kletter-, Landpartie, eigentlich ‘sich zu gemeinsamem Vergnügen zusammenfindende Personengruppe’, Anfang 18. Jh., dazu (mit) von der Partie sein ‘teilnehmen’, s. auch Party; als ‘Gesellschaft, Gruppe’ vereinzelt schon 17. Jh. neben Partei), ‘Abschnitt, Runde eines Spiels’ (17. Jh., vgl. Schach-, Skatpartie), kaufmannssprachlich ‘bestimmte Menge einer Ware, Warenposten’ (18. Jh.); in sämtlichen Verwendungen Übernahme von frz. partie (afrz. partie, s. Partei) in den entsprechenden Bedeutungen. Dagegen geht Partie im Sinne von ‘Heiratsmöglichkeit, Heirat, zu heiratende Person’ (besonders unter dem Gesichtspunkt der sozialen Stellung, des Vermögens, 17. Jh., vgl. eine gute, vorteilhafte Partie machen) auf gleichbed. mfrz. frz. parti m. (s. Partei) zurück.
Zitationshilfe
„Partie“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Partie>.

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