Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Prozess, ...

Prozeß m. ‘Rechtsstreit, Gerichtsverfahren, Vorgang, Verlauf’, mhd. process ‘Erlaß, gerichtliche Entscheidung’, frühnhd. auch ‘Gerichtsverfahren’ (15. Jh.), als Rechtsterminus entlehnt aus mlat. processus ‘Rechtshandlung, gerichtliches Vorgehen, gerichtliche Entscheidung, Gerichtsverfahren’, auch ‘Handlungsweise, Vorgehen’, lat. prōcessus ‘das Vorwärts-, Fortschreiten, Verlauf, (erfolgreicher) Fortgang, Wachstum’, Verbalabstraktum zu lat. prōcēdere (prōcessum) ‘vorwärts gehen, vorankommen, Fortschritte machen, vonstatten gehen’; vgl. lat. cēdere ‘einhergehen, vonstatten gehen’. Prozeß in der besonders in den Naturwissenschaften üblichen Bedeutung ‘Vorgang, Verlauf’ (zuerst 1528 bei Paracelsus vom Ablauf chemischer Reaktionen, verbreitet seit dem 19. Jh.) knüpft wie das wenig später aufkommende gleichbed. mfrz. frz. procès semantisch unmittelbar an lat. prōcessus an. prozessieren Vb. ‘einen Prozeß anstrengen, führen’ (Anfang 18. Jh.), abgeleitet vom Substantiv; vgl. die vorausgehenden Bildungen mfrz. processer, ital. processare, engl. to process.
Zitationshilfe
„Prozess“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Prozess>, abgerufen am 21.09.2021.

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