Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Reis

Reis1 m. Der Name der aus Südostasien stammenden, in tropischen und subtropischen Gebieten angebauten alten Kulturpflanze mhd. rīs m. n. ist, vielleicht vermittelt durch gleichbed. mlat. risus, risum (auch ris(i)a, risi, rizi), aus dem Roman. übernommen, vgl. aprov. afrz. ris (mfrz. frz. riz) und diesen vorausgehendes ital. riso, wahrscheinlich beruhend auf einer (im Ital. als Plur. empfundenen) Form mgriech. rhýzi, rhízi (ῥύζι, ῥίζι), die durch Verlust des griech.-lat. Anlautvokals gekennzeichnet ist. Zugrunde liegt lat. oryza, oriza (spätlat. auch orissa), griech. óryza, óryzon (ὄρυζα, ὄρυζον), das als Entlehnung aus dem Iran. angesehen wird, vgl. afghan. wrižē. Letzte Quelle ist wohl eine ind. Sprache, vgl. aind. vrīhíḥ ‘Reis’.
Zitationshilfe
„Reis“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Reis>, abgerufen am 19.06.2021.

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Reis

Reis2 n. ‘junger Trieb, dünner Zweig, Schößling’, auch Kurzform für Pfropf-, Setz-, Senkreis. Ahd. (h)rīs (8. Jh.), mhd. mnd. rīs, asächs. aengl. hrīs, mnl. nl. rijs, afries. rīs ‘Reis, Zweig’, anord. hrīs ‘Gesträuch, Gestrüpp, Wald’, norw. schwed. ris (germ. *hreisa-) ist verwandt mit asächs. hrissian ‘zittern, beben’, aengl. hrisian ‘schütteln, bewegen, erschüttert werden, klirren’, got. afhrisjan, ushrisjan ‘abschütteln’ und bedeutet demnach etwa ‘was sich schüttelnd, schwingend, vibrierend bewegt’, so daß man darin zunächst den ‘schwingenden, sich biegenden Zweig’ zu sehen hat. Reis gehört mit ↗Rispe (s. d.) und lat. crīnis (aus *crisnis) ‘(Haupt)haar’, crista ‘Kamm am Tierkopf, Helmbusch’ (deren ursprüngliche Bedeutung etwa ‘sich Schüttelndes, Zitterndes, Wallendes’), apreuß. craysi ‘Halm’, crays Plur. ‘Heu’, mir. cressaim ‘schüttle, schwinge’ zu ie. *(s)kreis-, besonders ‘in vibrierender Bewegung sein, (sich) schütteln’, einer s-Erweiterung von ie. *(s)krei-, seinerseits Erweiterung der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ (wozu mit anderen Erweiterungen ↗schräg, ↗Schrank, ↗Schranke, ↗Ring, ↗Runge, ↗schreiten, ↗Rücken, s. d.; s. auch ↗Reisig).
Zitationshilfe
„Reis“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Reis>, abgerufen am 19.06.2021.

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