Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Robe

Robe f. ‘langes Frauenoberkleid (mit Schleppe), festliche, feierliche Kleidung’ (Ende 16. Jh.), ‘Amtstracht, Talar’ (18. Jh.), Übernahme von gleichbed. frz. robe, afrz. ‘Raub, Beute, die (zunächst erbeutete, dann überhaupt vorhandene) bewegliche, bei und an sich getragene Habe, Rock, Gewand’, das selbst aus dem Germ. entlehnt ist. Die afrz. Form läßt ein germ. Femininum erwarten, das allerdings nicht sicher belegt ist. Die in Frage kommenden Stellen der althochdeutschen Glossen und des Hildebrandsliedes können auch als Nominativ bzw. Akkusativ Plur. des unter ↗Raub (s. d.) genannten Maskulinums aufgefaßt werden. Möglicherweise sind die flektierten Formen des Maskulinums erst im roman. und zum Teil auch im mlat. Sprachgebrauch als Feminina angesehen worden (vgl. eindeutig feminines mlat. rauba, raupa ‘gewaltsame Wegnahme, geraubtes Gut’ in mlat. Rechtstexten, z. B. der Lex Alamannorum, dann ‘Kleidung, Gewand’).
Zitationshilfe
„Robe“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Robe>, abgerufen am 31.10.2020.

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