Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Scheuer, ...

Scheune f. ‘Speicherhaus für die eingebrachte Ernte’, ahd. scuginna ‘Schuppen, Obdach’ (10. Jh.), (mit Verlust des g zwischen Vokalen) mhd. schiun(e), mnd. schǖne lassen sich mit den unter ↗Scheuer, ↗Schote2, ↗Schuh, wohl auch den unter ↗Schaum (s. d.) genannten Formen und mit aind. skunā́ti ‘bedeckt’, lat. obscūrus ‘dunkel’ auf die Wurzel ie. *(s)keu-, *(s)keu̯ə-, *(s)kū- ‘bedecken, umhüllen’ zurückführen, zu der (ohne s-Anlaut) auch ↗Haus, ↗Haut, ↗Hort, ↗Hose (s. d.) u. a. gehören. Von dem in der Literatursprache vorherrschenden Scheune werden die landschaftlichen Wörter Scheuer (s. unten) und ↗Stadel (s. d.) zurückgedrängt. Scheuer f. ‘Scheune’ (besonders südwestd.), ahd. skiura (9. Jh.), scūra (11. Jh.), mhd. schure, schiur(e), schiuwer, asächs. houwiscūra ‘Heuschober’, mnd. schure, schǖre, afries. skūre, mnl. scūre, nl. schuur (germ. *skūra- m., *skūrijō- f.) sind Bildungen zu einem Substantiv, das sich mit r-Suffix an die oben genannte Wurzel anschließt. Daneben steht (aus asächs. skūr?) ahd. scūr (9./10. Jh.), mhd. schūr, ‘Schutz, Obdach’, nhd. Schauer4 m. ‘Schutz-, Wetterdach’.
Zitationshilfe
„Scheuer“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Scheuer>, abgerufen am 18.02.2020.

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