Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Schlange, ...

Schlange f. Der Name des Kriechtieres ahd. slango m. (9. Jh.), mhd. slange m. (md. f.) ‘Schlange, Drache’, auch ‘Teufel’, asächs. slango m., mnd. slange m. f., mnl. slanghe m. f., nl. slang f. steht im Ablaut zu dem unter ↗schlingen1 (s. d.) behandelten Verb in seiner Bedeutung ‘sich schlängelnd winden, kriechen’. Er verdrängt (als Tabuwort?) alte Bezeichnungen wie ↗Natter, ↗Unke, ↗Wurm (s. d.). Fem. Genus setzt sich mit Luthers Bibelübersetzung durch. Die Schlange gilt seit alters wegen ihrer kriechenden Fortbewegung, ihres giftigen Bisses, der Fähigkeit, kleine Tiere gleichsam zu hypnotisieren, sowie auf Grund der biblischen Erzählung vom Sündenfall als ein listiges, verschlagenes, falsches Wesen, vgl. klug wie eine Schlange, falsche, giftige Schlange ‘hinterlistiger, unaufrichtiger Mensch’, auch ‘böse, hinterlistige Frau’, eine Schlange an seinem Busen ziehen, nähren ‘für erwiesene Wohltaten Undank ernten’; vgl. ferner (wie eine oder in einer) Schlange stehen ‘in langer (gewundener) Reihe nach etw. anstehen’ (20. Jh.). schlängeln Vb. ‘sich wie eine Schlange in Windungen fortbewegen’ (17. Jh.), seit dem 18. Jh. reflexiv.
Zitationshilfe
„Schlange“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Schlange>, abgerufen am 29.10.2020.

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