Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Schmaus, ...

Schmaus m. ‘fröhliches Gelage mit reichlichem Essen und Trinken’ (Anfang 17. Jh.); vgl. nd. ostfries. Smūs, schweiz. schwäb. Schmaus, elsäss. Geschmäus. Dazu schmausen Vb. ‘mit Genuß und Behagen viel und gut essen und trinken’ (1. Hälfte 17. Jh.); vgl. nd. ostfries. smūsen, schweiz. schwäb. schmausen, elsäss. schmäusen. Substantiv und Verb sind in die Studentensprache eingedrungen und haben sich von dort aus verbreitet. Die Herkunft ist unklar. Man kann vielleicht schweiz. schmauseln, schmuseln ‘schmuddeln, besudeln’ heranziehen und von einer Bedeutung ‘behaglich, aber nachlässig und unsauber essen und trinken’ ausgehen. Lautlich unbefriedigend ist die meist angenommene Verwandtschaft mit (allerdings semantisch nahestehenden) nl. (älter) smuisteren ‘schmieren, einschmieren, salben, lecker essen’, smodderen ‘beschmutzen, beschmieren, besudeln’, nd. smuddern ‘(sich) besudeln, fein regnen’, smudden ‘sudeln, beschmieren, ständig unsauber und mit triefendem Mund essen und trinken’ (s. schmuddelig), es sei denn, man sieht in Schmaus, schmausen spielerisch-affektisch entstandene Lautvarianten.
Zitationshilfe
„Schmaus“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Schmaus>, abgerufen am 03.08.2021.

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