Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Stadt, ...

Stadt f. ‘große, in sich geschlossene, ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum bildende Siedlung’. Mhd. stat ‘Ort, Stelle’ (s. ↗Statt) entwickelt im 12. Jh. die Bedeutung ‘Siedlung, Ortschaft’, nach mittelalterlichem Recht mit bestimmten Rechten (z. B. Marktrecht) und Privilegien ausgestattet, und konkurriert dabei mit der entsprechenden älteren Bezeichnung ahd. burg, mhd. burc ‘Burg, Stadt’ (s. ↗Burg), deren Stelle es allmählich einnimmt. Im 16. Jh. begegnet erstmals die Schreibung Stadt; eine eindeutige orthographische Unterscheidung zu Statt besteht jedoch erst seit dem 18. Jh. Städter m. ‘Bewohner einer Stadt’, mhd. steter; im Unterschied zu Bürger ohne politischen Bedeutungsinhalt. städtisch Adj. ‘eine Stadt, die Stadtverwaltung betreffend, zu ihr gehörend, von ihr verwaltet’ (15. Jh.). verstädtern Vb. ‘städtische Lebensform annehmen, zu städtischem Lebensraum werden’ (19. Jh.).
Zitationshilfe
„Stadt“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Stadt>, abgerufen am 21.10.2020.

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