Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Stutzen, ...

Stutzen m. ‘Stumpf, Stummel’, mit Endungs-en aus den flektierten Kasus neben Stutz Auszugehen ist wohl von mhd. stuz, stutz m. ‘Stoß, Anprall’. Danach auch etw. gleichsam durch Stoß, Anprall ‘Gestauchtes, Abgestumpftes, Gedrungenes’, vgl. spätmhd. stotze m. ‘Stamm, Klotz’, stutze m. ‘Trinkglas ohne Fuß, Becher’, stutze f. ‘rundes, weites Gefäß’, nhd. Stutz(en) m., Stütze f., (obd.) Stotz(en) m. ‘Stumpf, Holzgefäß’. Dann im Sinne von ‘Kurzes, Abgeschnittenes, Abgestutztes’ in zahlreichen speziellen Bedeutungen wie ‘Pulswärmer, Muff’ (17. Jh.), ‘kurzes Gewehr’ (18. Jh.), ‘kurzes Rohrstück’ (Ende 19. Jh.), ‘(Sport)strumpf ohne Füßling, Wadenstrumpf’ (19. Jh.). Wahrscheinlich (wie auch ↗stutzen Vb., s. d.) Intensivbildung zu der unter ↗stoßen, ↗Stoß (s. d.) behandelten Wortgruppe.
Zitationshilfe
„Stutzen“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Stutzen>, abgerufen am 19.02.2020.

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