Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Thrombose

Thrombose f. Bildung eines aus Bestandteilen des Blutes aufgebauten Pfropfes (Thrombus) in der Blutbahn (im Dt. zuerst bei Virchow, um 1845). Schon die antike Medizin bezeichnet das Gerinnen des Blutes und die dadurch hervorgerufene krankhafte Veränderung an Blutgefäßen mit griech. thrómbōsis (θρόμβωσις). Bildungen auf -ōsis (-ωσις) sind im Griech. Abstrakta zu denominativen Verben auf -óein bzw. -óesthai (-όειν, -όεσθαι), kontrahiert -ū́n, -ū́sthai (-οῦν, -οῦσθαι). Griech. thrómbōsis ‘das Gerinnen’ (des Blutes, der Milch) gehört zu thrombū́sthai (θρομβοῦσθαι) ‘gerinnen, Klümpchen bilden’, dieses wiederum zu griech. thrómbos (θρόμβος) ‘Klumpen geronnener Flüssigkeit, besonders Blutklumpen, dicker Blutstropfen’. Wie thrómbōsis geht eine Reihe griech. Substantive auf -ōsis durch Entlehnung in den Wortschatz der europ. Sprachen ein, im Dt. unter Umwandlung der Endung zu -ose; s. ↗Metamorphose, ↗Narkose, ↗Sklerose, ↗Symbiose und vgl. Phimose. In der lat. Fachsprache der Medizin wird -osis, in der dt. -ose zur Bezeichnung pathologischer Vorgänge und Zustände produktiv, s. ↗Neurose, ↗Spondylose, ↗Zirrhose und vgl. Parodontose, Trichinose.
Zitationshilfe
„Thrombose“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Thrombose>, abgerufen am 06.08.2020.

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