Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Weibel, ...

Weibel m. ‘Amtsbote, Gerichtsdiener’, ahd. weibil (um 1000), mhd. weibel ist Nomen agentis mit dem Suffix germ. -ila- zum Verb ahd. weibōn (10. Jh.), mhd. weiben ‘sich hin und her bewegen, drehen, schwanken, schweben’. Herkunft ungewiß. Vielleicht verwandt mit anord. veifa ‘schwingen, werfen’? Auch eine Verbindung mit ↗weben (s. d.) ist zu erwägen. Weibel ist als ‘Amts-, Gerichtsdiener, -bote’, also ‘ein in Amtsgeschäften Tätiger’, ein alem. Wort, belegt bei obd., vornehmlich schweiz., schwäb. Schriftstellern (auch Schiller, Tell). Der militärische Gebrauch im Sinne von ‘Stadtknecht, Unterführer im Heer, im Felde’ reicht jedoch bis in den md. Raum. Dazu die Komposition Feldweibel (16. Jh.), woraus (mit omd. Monophthongierung von ei zu e) Feldwebel m. Unteroffiziersdienstgrad (17. Jh.).
Zitationshilfe
„Weibel“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Weibel>, abgerufen am 27.02.2020.

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