Etymologisches Wörterbuch des Deutschen

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Wiesel

Wiesel n. Name des einheimischen, kleinen, schnellfüßigen Raubtieres, ahd. wisula f. (8. Jh.), mhd. wisel(e) f., mnd. wēsel(e) f., mnl. wēsel, nl. wezel f., aengl. wesle, weosule f., engl. weasel, schwed. vessla. Neutrales Genus begegnet im Dt., gefördert durch die Deminutiva Wieselchen, Wiselein n., seit dem 16. Jh., es gilt ausschließlich seit dem 19. Jh. Herkunft ist strittig. Eine Verbindung mit den unter ↗Iltis und ↗Wisent (s. d.) angeführten Formen sowie mit spätlat. vissio ‘Gestank’, lat. vīsīre ‘furzen’ und Anschluß an dort genanntes ie. *u̯is- (im Hinblick auf aengl. wesle mit einer Variante *u̯es-?) ‘Gestank’ ist durchaus möglich. Auch Wiesel wäre dann als ‘stark riechendes, stinkendes Tier’ zu deuten. Angesichts der Unsicherheiten weist Alinei in: Atlas linguarum Europ. I 2 (1986) 182 ff. darauf hin, daß als Name des Tieres (im Hinblick auf das auffallend betonte e im Aengl.) germ. *wesulōn f. anzusetzen sei, das sich, vielleicht als Tabuwort, im Sinne von ‘kleines Wesen’ an die Wurzel ie. *u̯es- ‘verweilen, wohnen’ (s. ↗Wesen) anschließen läßt.
Zitationshilfe
„Wiesel“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/Wiesel>, abgerufen am 10.08.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …

Weitere Informationen zum Etymologischen Wörterbuch des Deutschen …

Wortinformationsseiten im DWDS

Im Etymologischen Wörterbuch stöbern

a ä b c d e é f g h i
j k l m n o ö p q r
s t u ü v w x y z -